StörtebekerStörtebekerStörtebeker

Störtebeker-Legende

Alte Karte

Der „Große Binnensee“ zwischen Behrensdorf und Hohwacht war bis vor 130 Jahren eine offene Lagune zur Ostsee. Zwischen Stöfs und Lütjenburg befindet sich eine Stauchmoräne der letzten Eiszeit, auf ihr ist der heu­tige Wald, die sogenannte „Alte Burg“ entstanden. In der Niederung zwischen der Stadt Lüt­jenburg und der „Alten Burg“ fließt die Kossau. Früher hatte Lütjenburg sogar einen Hafen. Im 14. Jahrhundert verlandete das Tal und Lütjenburg gab den Hafen auf. Lange Zeit lag der Wald „Alte Burg“ als eine Halbinsel zwischen zwei Armen des Sees. 

Blick über das angebliche Störtebecker Versteck

Eine mündliche Überlieferung besagt, dass die „Alte Burg“ immer wieder als Schlupfwinkel des berühmten Seeräubers Klaus Störtebeker (auch Klaas Störtebecker) diente. Er soll sich mit seinen Schiffen dort ver­steckt haben, wenn die Flotten der Hansestädte ihn in diesem Teil der Ostsee jagten.

Störtebeker stammte vermutlich von einer kleinen Burg im Emsland und schloss sich der Piratenbande „Vitalienbrüder“ an. Sie verteilten ihre Beute zu gleichen Teilen unter allen Mitgliedern. Störtebecker wurde neben Gödeke Michels bald ihr Anführer und wurde der Schrecken der Hanse-Kaufleute. 

Der Große Binnensee hatte zur Störtebekerzeit eine Durchfahrt zur Ostsee, den „Strom“ (so heißt heute noch der tief gelegene Bruchwald vor Hohwacht). Diese Zufahrt verlandete allmählich und geriet bei den Kaufleuten in Vergessenheit, aber nicht bei den Seeräubern.

Deren Unterschlupf lag auf der Nordseite der „Alten Burg“. Die dortige Bucht, die „Hörn“, reichte in dieser Zeit noch bis zum Eetz. Hier befinden sich die tiefsten Stellen des Großen Binnensees, hart am Ufer als Fortsetzung des steilen Abhangs der „Alten Burg“, so dass die Schiffe un­mittelbar anlegen konnten. Dennoch waren sie von den Stöfser Feldern aus einsehbar. Wohin verschwanden sie? Von der Anlegestelle aus wurde – fast parallel zum Ufer – eine langsam ansteigende Schlucht in den Steilhang gegraben, in die dann die Schiffe bei Bedarf auf Holz­rutschen oder Rollen mit Flaschenzügen hineingezogen wurden. Die längere und wohl auch ältere Rinne beginnt nahe der riesigen uralten „Adlerbuche“ die dort steht, wo der Seeweg von Neverstorf her die „Alte Burg“ erreicht. Die Bucht bot Platz genug für vier bis sechs Schiffe hintereinander. Durch Büsche und Bäume waren sie zum See hin gut versteckt. Die jüngere Rinne ist heute noch besser zu erkennen. Die Seeräuber hatten sich in ihrem Versteck häuslich eingerichtet. So konnten Störtebecker und seine Piraten spurlos verschwinden, kaum dass man glaubte sie in der Ostsee gestellt zu haben.

Klaus Störtebeker wurde 1402 gefangen und hingerichtet.