Historischer Streifzug

Im Leben der Hohwachter Bucht Bevölkerung spielt die Kultur in den unter- schiedlichsten Lebensbereichen eine sehr gewichtige Rolle. Oder woher meinen Sie kommt unser etwas gemächlicher Lebensstil? Ein klassischer Ausdruck unserer Kultur.

Sind Sie neugierig geworden? Dann lesen Sie bitte einfach weiter - Sie erfahren hier noch so einiges mehr. Viel Spaß bei Ihrem historischen und kulturellen Streifzug….

Seeräuber

Nicht nur die Kaufleute und Fischer wussten die Hohwachter Bucht für ihre Zwecke zu nutzen und zu schätzen. Der Legende nach trieben sich hier auch die verschiedensten Seeräuber und Ganoven herum.

So ist überliefert, dass Margarete von Dänemark, die unter ihrem Namen "Schwarze Greet" die Kaufleute auf Nord- und Ostsee in Angst und Schrecken versetzte, auch vor Hohwacht ankerte und hier des Öfteren an Land ging und dabei auch immer ihr Pferd mitnahm.

Der Pfahl an dem die "Schwarze Greet" ihr Pferd angebunden hatte, wurde erst nach Kriegsende aus lauter Not verheizt.

Selbst der wohl bekannteste Pirat der Ostsee, Klaus Störtebeker, soll sich hier versteckt gehalten haben. Der Große Binnensee bot ihm hierfür eine perfekte Landschaft.

Und man kann sich bei einem Blick über das Gewässer lebhaft vorstellen, wie Störtebeker inmitten seiner Mannschaft grölend und trinkend feierte und ständig bereit war, ein Schiff eines reichen Kaufmannes zu kapern.

Störtebeker-Legende

Karte Binnensee

Der „Große Binnensee“ zwischen Behrensdorf und Hohwacht war bis vor 130 Jahren eine offene Lagune zur Ostsee. Zwischen Stöfs und Lütjenburg befindet sich eine Stauchmoräne der letzten Eiszeit, auf ihr ist der heutige Wald, die sogenannte „Alte Burg“ entstanden. In der Niederung zwischen der Stadt Lütjenburg und der „Alten Burg“ fließt die Kossau. Früher hatte Lütjenburg sogar einen Hafen. Im 14. Jahrhundert verlandete das Tal und Lütjenburg gab den Hafen auf. Lange Zeit lag der Wald „Alte Burg“ als eine Halbinsel zwischen zwei Armen des Sees.  

 


Eine mündliche Überlieferung besagt, dass die „Alte Burg“ immer wieder als Schlupfwinkel des berühmten Seeräubers Klaus Störtebeker (auch Klaas Störtebecker) diente. Er soll sich mit seinen Schiffen dort versteckt haben, wenn die Flotten der Hansestädte ihn in diesem Teil der Ostsee jagten.
Störtebeker stammte vermutlich von einer kleinen Burg im Emsland und schloss sich der Piratenbande „Vitalienbrüder“ an. Sie verteilten ihre Beute zu gleichen Teilen unter allen Mitgliedern. Störtebeker wurde neben Gödeke Michels bald ihr Anführer und wurde der Schrecken der Hanse-Kaufleute.

 





Störtebecker Versteck

Der Große Binnensee hatte zur Störtebekerzeit eine Durchfahrt zur Ostsee, den „Strom“. Diese Zufahrt verlandete allmählich und geriet bei den Kaufleuten in Vergessenheit, aber nicht bei den Seeräubern. Deren Unterschlupf lag auf der Nordseite der „Alten Burg“. Von der Anlegestelle aus wurde eine langsam ansteigende Schlucht in den Steilhang gegraben, in die dann die Schiffe bei Bedarf auf Holzrutschen oder Rollen mit Flaschenzügen hineingezogen wurden. Durch Büsche und Bäume waren 4 bis 6 Schiffe zum See hin gut versteckt. So konnten Störtebeker und seine Piraten spurlos verschwinden. Klaus Störtebeker wurde 1402 gefangen und hingerichtet.

Gilde

In Schleswig- Holstein werden viele sehr alte und regional unterschiedliche Traditionen mit Hingabe gepflegt. Eine der ältesten und bedeutsamsten von ihnen sind die Gilden.

Entstanden als Versicherung für die unterschiedlichsten Notfälle, die hätten eintreffen können. Daher auch Namen wie Kuh- oder Schweinegilde. Die wohl bekanntesten sind jedoch die Totengilden. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um die Abhaltung irgendwelcher heidnischer Opferbräuche.

In Totengilden trat man ein, um die Gewissheit zu haben, dass man als Verstorbener ein standesgemäßes Begräbnis erhält. Denn in der Entstehungszeit der Gilden konnten sich das nur die wenigsten leisten. Für diese Absicherung wurde bei Eintritt eine Gebühr bezahlt und daraufhin jedes weitere Jahr ein bestimmter Beitrag in die Kasse der Gilde gezahlt.